Von der Verbesserung der Qualität der Zulieferer durch die in Veszprém ansässige Alap Európa Entwicklungs und Beratungs GmbH profitiert die gesamte Automobilbranche in Ungarn. Die vor vier Jahren gegründete deutsche Zweigniederlassung der Gesellschaft hat dafür bereits mehrere Aufträge erhalten.

Die Verbesserung der Qualität der Arbeit der Automobilzulieferer ist seit Jahren ein häufiges Thema bei verschiedenen Foren. Multinationale Großunternehmen, die Zulieferer immer mehr in Anspruch nehmen, betonen ebenfalls die Bedeutung dieser Verbesserung. Anscheinend wurden aber in der Region Mittel- und Ost-Europa bisher nur in weni- gen Bereichen konkrete Schritte unternommen.

Die in der Branche agierenden Unternehmen, die für die Verbes- serung der Zulieferer zuständig sind, machen die Erfahrung, dass die Unternehmen nicht die geforderten Kapazitäten haben, um die Zuliefe- rer den Normen der Automobilindustrie entsprechend zu kontrollieren und die getroffenen Maßnahmen zu verfolgen. Die Zulieferer selbst – zumindest ein Teil von ihnen – freuen sich, wenn sie sich auf die Quanti- tät konzentrieren können, denken dabei aber zu kurzfristig.

Bestätigt wurde dies von Tamás Mogyorósi, dem Leiter für Netzwerk- entwicklung der Alap Európa Kft. Das Unternehmen aus dem zentra- len Westungarn bietet hauptsächlich in diesem Bereich seine Dienstlei- stungen an. Das Unternehmen ist als aktiver Entwickler von Zulieferern bekannt und führt regelmäßig Audits gemäß den internationalen Nor- men der Automobilindustrie durch. Einerseits übernehmen sie die Audits und die nachfolgenden kontinuierlichen Berichte von den für die Quali- tät zuständigen Bereiche der Automobilhersteller und bieten andererseits verschiedene Hintergrunddienstleistungen für Zulieferer oder Firmen, die Zulieferer werden wollen. Tamás Mogyorósi ging besonders auf die Qua- litätskontrolle ein, die große Hersteller in der Automobilindustrie immer mehr benötigen. Der Anteil der selbst hergestellten Produkte geht kon- tinuierlich zurück, die Konzentration liegt hauptsächlich auf der Monta- ge. Der damit steigende Anteil der Zulieferer bringt jedoch unweigerlich Qualitätsprobleme mit sich, allein schon wegen der hohen Menge.

„Time, Quality, Money. Diese drei Hauptfaktoren werden am Markt gefordert, da jedoch die rechtzeitige Lieferung in der Zulieferket- te unerlässlich ist, sind die meisten Zulieferer bei den letzten beiden Faktoren zu Kompromissen gezwungen. Vielfach haben diese Unter- nehmen jedoch weder das adäquate Know-How, noch die Experten, um mit den Problemen umzugehen und geraten in der Regel unter Zeitdruck“ – fasste der Manager seine Erfahrungen zusammen.

Seiner Ansicht nach begründet gerade diese Situation die Daseinsberechti- gung von den Dienstleistungen, die sie erbringen. Kurzfristig besteht das Ziel selbstverständlich darin, dass der unter Zeitdruck geratene Zulieferer nicht den Stillstand der Fertigungslinie seines Kunden ver- ursacht. Die kontinuierliche Qualitätskontrolltätigkeit des Unterneh- mens löst jedoch nicht die längerfristigen Sorgen des Zulieferers, dass nämlich der gesamte Produktionsprozess das geforderte Qualitätsni- veau erreicht. Ideal ist es also, wenn ein Zulieferunternehmen erkennt, dass die Entwicklung seiner eigenen Fähigkeiten und seines Know- Hows langfristig Erträge bringt und es dafür die Hilfestellung externer Sachverständigen in Anspruch nimmt.

Idealerweise erkennen die Zulieferer, dass sich die Entwicklung der eigenen Kompe- tenzen langfristig auch geschäftlich lohnt.

Die Alap Európa Kft. hat bereits vor der Krise Aufträge aus Deutsch- land erhalten, jedoch hat die Krise das Unternehmen noch mehr ange- spornt, in die Auslandsmärkte zu gehen. Vor vier Jahren wurde mit 13 Mitarbeitern die Repräsentanz in Bayern errichtet, die in den ersten Jah- ren vor Allem die Aufträge der Partner aus Ungarn bearbeitete. Heute gehen bereits 50 bis 60 Prozent der Aufträge von lokalen Unternehmen ein, und die Mitarbeiterzahl stieg auf 25 – teilte der Direktor mit.

Mit der so genannten indirekten Belegschaft hat das Unternehmen über 100 Mitarbeitern und gilt damit als bedeutender Kapazitätsdienst- leister in der ungarischen Automobilindustrie. Neben der aktiven Lie- ferantenentwicklung und den Qualitätsmanagementdienstleistungen bietet es den Partnern auch die Lohnfertigung und die optische 3D-Messtechnik an. Sie bieten auch die Vormontage von Produkten anlaufender Projekte an und verkaufen dann die fertigen Bauteile an größere Auftraggeber. Nachdem das Unternehmen dadurch selbst zum Zulieferer wird, wird ein großer Wert darauf gelegt, dass man über den bisherigen Stand hinaus, auch in Zukunft den Anforderungen der Kun- den und den Audits der Automobilhersteller entspricht.

Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer

Német-Magyar Ipari- és Kereskedelmi Kamara

www.duihk.hu

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